Das Herrenhaus mit Backofen und Kräutergarten

Foto: Sitz des HerrschersDieses zentrale Haus steht im Mittelpunkt des Dorfes und ist auch der Wohnsitz des „Herrschers“. Basierend auf einem Befund von Köfering/Regensburg wurde ein Gebäude mit ca. 80 m² Fläche erbaut. Bei einer Gesamthöhe von ca. 6 m wurden die tragenden Teile bis zu einem Meter im Boden versenkt. Wie zu dieser Zeit üblich wurden Zapfungen und Holznägel zur Befestigung der anderen Teile verwendet. Die Wände wurden als Flechtwerk aufgebaut und weiß gekalkt. Der Fußboden besteht aus gestampftem Lehm. Das Dach aus Ried, mit den apsidialen Wölbungen an den Schmalseiten und über dem Eingang stellte die größte Schwierigkeit beim Dachdecken dar.
Die Bearbeitung einer Flechtwerkwand benötigt mehrere Tage, da die sich durch die Austrocknung bildenden Risse immer wieder neu verstrichen werden mußten. So waren Nacharbeiten von fünf Tagen die Regel.
Für den Innenausbau wurde weiteres Material benötigt, so dass sich der Materialaufwand noch erhöhte.
In diesem Gebäude können fünf Personen übernachten und es ist für zentrale Aktivitäten reserviert. Bei der Ausarbeitung der Inneneinrichtung konnte auf keine Vorbilder zurückgegriffen werden, da selbige sich nicht erhalten haben.

Fundort: Köfering Regensburg
Zeitstellung: 4./3. Jh. v.Ch.  LT B

 

Foto: BackofenBackofen

Der Lehmkuppelofen dient ausschließlich zum Brot backen. Für alles andere sind die Dimensionen zu klein. Im Inneren befindet sich, wie bei den Häusern, ein Weiden-, bzw. Haselflechtwerk. Nach der Fertigstellung muss ein solcher Ofen langsam trocknen und kann dann vorsichtig beheizt werden. Bei normalem Gebrauch wird der Ofen mittels eines offenen Feuers ca. 2 Stunden vorgeheizt. Wenn die notwendige Temperatur erreicht ist, entfernt man das Feuer und die Holzkohle und wischt den Boden mit einem Tannenzweig sauber. Danach werden die Brotfladen einfach auf den Boden gelegt und der Ofen mit einem Deckel verschlossen. Je nach Dicke der Fladen ist das Brot nach 10-20 Min fertig.

Foto: KräutergartenKräutergarten

In diesem Garten werden diverse Heil und Färbekräuter, wie auch Gemüsearten angebaut. Je nach Planung findet man vor Ort Arnika, Marienblatt, Färberkamille, Färberwaid, die bayerische Rübe (sehr lange nachgewiesen). Natürlich ist die Bepflanzung des Gartens Jahreszeitabhängig. Der Zaun ist notwendig um die frei laufenden Haustiere vom unberechtigten Genuss der schmackhaften Pflanzen ab zu halten.Zurück zur Übersicht