Über Gabreta - Die Geschichte des Projektes

Foto: WollschweinFoto: KeltengruppeWas macht ein keltisches Dorf  im Bayerischen Wald? Und warum steht es an diesem Platz?  Die Erklärung ist einfach. Die Geschichte der Entstehung hingegen zog sich in die Länge. Zwei Umstände trafen zusammen. Zum einen war die Gemeinde Ringelai bestrebt dem Tourismus in ihrem Gebiet wieder mehr Gewicht zu verleihen, zum anderen lebt ein Landwirt am Fuße des Hügels, Paul Freund, der seit vielen Jahren vorgeschichtliche und geschichtliche Scherben sammelt. Dieses von seiner Umwelt belächelte Hobby brachte es mit sich, dass man unter den über 30.000 Scherben auch Relikte der späten Keltenzeit entdeckte. Dieser Umstand war die Ursache einer längeren Diskussion, ob hier ein vorgeschichtliches Dorf dieser Zeit entstehen sollte. Nach vielen Gesprächen, an denen sich inzwischen auch das bfz Vilshofen/Passau und die Universität Passau beteiligten, wurde 1996 der gemeinsame Entschluss gefasst, dieses Dorf zu bauen.

Foto: LagerfeuerDa ein derartiges Unterfangen große finanzielle Mittel erfordert, suchte man überregionale Geldgeber, die derartige Projekte fördern. Durch die Grenznähe zur Tschechischen Republik konnte man auf Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) zurückgreifen. Mit Unterstützung der Euregio wurde diese Unternehmung begonnen.

Durch die bestehenden Kontakte der Universität Passau, in Gestalt von Günther Moosbauer, mit tschechischen Archäologen konnte eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit wieder aktiviert werden, die nach Fertigstellung in dauerhaften gemeinsamen Aktivitäten münden wird.

1997 begann nun die Aufbauphase. Unter Beachtung der wissenschaftlichen Vorgaben wurde mit einfachen Werkzeugen, ohne weitere technische Hilfsmittel, der Bau begonnen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die Universität Passau, dem Lehrstuhl für provinzialrömische Archäologie, Leiter Prof. Dr. Bender. Die Arbeitskräfte stellte das Arbeitsamt Passau durch ABM-Maßnahmen zur Verfügung.
Durch den sehr aktiven Förderverein konnte das Projekt deutlich positiv beeinflusst werden. Die Mitglieder unterstützen auch weiterhin den Bestand des Erlebnisparks.

Ptolemaios bezeichnet das Gebiet des bayerisch/böhmischen Waldes als γαβρέτα ύλη . Daher kommt der Name für diesen archäologischen Erlebnispark. Es ist also wahrscheinlich ein griechischer und kein keltischer Name. Wir befinden uns in einer Zeit von ca.750 v.Ch. bis 15 v.Ch.